[Kolumne] Rave und Medien: Archivierung nicht aufgezeichneter Musikkultur

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[Kolumne] Rave und Medien: Archivierung nicht aufgezeichneter Musikkultur

Musik, die verschwinden sollte

Text: mmr Genre: Kulturelle Aufzeichnungen/Medienüberlegungen Thema: Auf der Suche nach den Spuren verschwindender Musik

Rave war eine Ad-hoc-Feier von Klang und Licht und im Grunde eine Kultur, die nicht davon ausging, dass es aufgenommen werden würde. Rave, ob in einem Club oder draußen, ist ein Hier-und-Jetzt-Erlebnis, das dazu bestimmt ist, vergessen und niemals archiviert zu werden.

Doch im 21. Jahrhundert, mit dem Aufkommen von YouTube, SNS und Archivseiten, beginnt man, „Kulturen, die eigentlich nicht aufgezeichnet werden sollten“, zu erfassen und neu zu bewerten. Dieser Wandel ist sowohl aus medialer als auch aus musikkultureller Sicht äußerst interessant.


Rave, ein Raum ohne Medien

● Das Wesen von Rave ist „Anti-Medien“

Die Rave-Kultur in den 1990er Jahren (insbesondere Underground-Raves im Vereinigten Königreich, Deutschland, den Niederlanden und Japan) vermied die Medienpräsenz und Dokumentation.

Rechtliche Risiken (illegale Partys und Drogenprobleme)

Rebellion gegen den Kommerz (nicht „Musik, die sich verkauft“)

Die „physische Erfahrung“ in diesem Moment ist alles (aus Aufzeichnungen realisiert)

Mit anderen Worten: Der Rave war im wahrsten Sinne des Wortes „live“. Es war Ästhetik und Politik, sich von den Medien zu distanzieren.


Unaufgezeichnete Musikkultur

● Beispiele für den Verlust:

DJ-Set (Aufnahmen waren damals verboten)

VJ-Video- und Lichtproduktion vor Ort

Luft, Rauch, Geruch, Temperatur am Veranstaltungsort

Nonverbale Interaktion zwischen Zuschauern

Rave war keine Klangquelle oder Partitur, sondern ein Phänomen selbst. Daher stellen solche Aufzeichnungen grundsätzlich andere Herausforderungen als gewöhnliche Musikarchive.


Wer archiviert? Medienverfall

● Spontane Archive aus dem Untergrund

Seit den 2000er Jahren haben weltweit die folgenden Versuche begonnen.

MixesDB, Discogs: Informationssammlung zu Setlisten und kleineren Tonquellen

YouTube/SoundCloud: Laden Sie alte Mixtapes und Raubkopien hoch

Reddit, Forum, Blog: Verbalisierung damaliger Erfahrungen

Zine/Podcast/Dokumentarfilm: Naturschutzbewegung mit DIY-Geist

Hierbei handelt es sich um Basisarchive, die Bereiche füllen, die von traditionellen Musikmedien (Zeitschriften, Labels, Rundfunkanstalten) nicht abgedeckt werden.


Störung und Wiederherstellung der Clubkultur

● Der Grund, warum es in Japan nur wenige Aufzeichnungen gibt

Gemäß dem Entertainment Business Law wurden Clubs als „Unterhaltungsunternehmen“ eingestuft.

Es war leicht, auf das Aufnehmen von Fotos und Videos zu verzichten (besonders in Shibuya und Roppongi).

Zeitschriftenmedien (wie „LOUD“ und „ele-king“) konnten nur einem begrenzten Umfang folgen.

Daher existiert der Tokio-Rave der 1990er-Jahre nur noch „in Erinnerung“.

● Aktuelle Entwicklungen

Bürgerbewegung zur Bewahrung der Clubkultur (Überprüfung des Unterhaltungswirtschaftsrechts)

„Japan Rave Archive“ und Zine-Projekte starten

Archiv früherer Aufnahmen von Shibuya WOMB und ageHa

Im Ausland ist eine aggressive Archivierung im Gange

2007年設立の「Rave Archive」は、90年代レイヴ文化の記憶を保存・共有するアーカイブ。レイヴァーでありアーキビストの視点から、消えやすい文化を後世へ伝える。

アメリカとカナダ各地の1989〜2000年のオールドスクール・レイヴ・フライヤー・アーカイブ(Archive of Old Rave Flyers)も必見です。


Der Wert „irregulärer Archive“ im digitalen Zeitalter

Viele der Archive, auf die wir uns heute verlassen, sind „nicht autorisiert“.

・Mixtape ohne Label

  • Von VHS importiertes Video mit geringer Qualität

  • Anonyme, auf dem Benutzerspeicher basierende Setlists

Allerdings ist dies auch das anschaulichste Mittel, um die „Realität des Ortes“ im Rave zu bewahren. Anstelle eines institutionalisierten Kulturerbes wird nun eine im Untergrund pulsierende Sammlung von „Erinnerungsfragmenten“ zu einem einzigen „Kulturerbe“.


Fazit: Wie man eine nicht aufgezeichnete Kultur bewahrt

Rave war eine „Kunst des Erlebens“. Es ist unmöglich, dies allein mit herkömmlichen Methoden der Musikarchivierung aufzuzeichnen und an zukünftige Generationen weiterzugeben.

Doch die Anhäufung von Erinnerungen, Fragmenten, Neuinterpretationen und „Leidenschaft“ macht dies möglich. Für diejenigen von uns, die mit Medien aufgewachsen sind, ist es an der Zeit, über die Medien hinauszugehen und zu überdenken, wie wir Kultur archivieren.


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