[Spalte] Grind Orchestra – Eine Gruppe von Klängen, die Grenzen und deren Struktur überschreiten
Column de Experimental Hardcore Noise
Einführung – Was der Name sagt
Text: mmr|Thema: Experimentelle Hardcore-Gruppenstruktur und Aufnahme erweitert um Improvisation und Lärm
Der Name Grind Orchestra bringt die Natur der Musik auf den Punkt. „Grind“ bedeutet Reibung oder Zermalmung und „Orchestra“ bedeutet Musik als Kollektiv. Die Kombination dieser beiden Wörter bezieht sich nicht nur auf eine Band, sondern auf das Feld selbst, das durch die Kollision und Anhäufung von Klängen entsteht.
Dieses 1995 vom ehemaligen Boredoms-Mitglied Toyohito Yoshikawa gegründete Projekt begann seine Aktivitäten mit der Überschreitung der Grenzen von Hardcore-, Noise- und Improvisationsmusik.
Obwohl sie eine typische Bandstruktur haben, ähneln sie in Wirklichkeit eher einem Experiment, das die Kollision und Entwicklung von Klängen in Echtzeit erzeugt, als einer Gruppe, die festgelegte Songs spielt.
Grind Orchestra ist ein Klangkollektiv, das den Impuls des Hardcore mit der Freiheit der Improvisation verbindet.
Entstehung und Hintergrund – Abgeleitet von Kansai Alternative
In den 1990er Jahren erregte die Kansai-Alternative-Szene weltweite Aufmerksamkeit. Toyohito Yoshikawa, der Mitglied von Boredoms war und im Mittelpunkt stand, lieferte als Frontmann bei Yamatsuka EYE starke Leistungen ab.
1994, ungefähr zur Zeit seines Weggangs, gründete er eine neue Gruppe namens Grind Orchestra.
Seine Zusammensetzung war von Anfang an äußerst einzigartig. Neben insgesamt vier Percussionisten bestand die Band abweichend vom traditionellen Bandkonzept aus einem Theremin und einer Elektronik.
Was durch dieses Arrangement entstand, war ein wogender Beat und japanischer Gesang, in dem Bedeutung und Klang auf mehreren Ebenen miteinander verflochten sind. Es war nicht nur Noise oder Hardcore, es war eine seltsame Popwelt, die es sonst nirgendwo gab.
Grind Orchestra hat durch ein ungewöhnliches Arrangement eine einzigartige Popstruktur geschaffen.
Mitglieder – der Schnittpunkt von fest und gleitend
Obwohl das Grind Orchestra fließend war, waren die folgenden acht Mitglieder die wichtigsten Kernmitglieder.
·Vor ・Gaku Terauchi ・Koichi Nakaya ・Mitsuhiro Yoshida ・Nana Lala Fafafa ・Toyohito Yoshikawa ・Tsutomu Motoyama ・Yojiro Tatekawa
Das Multiple-Percussion-System, das ein frühes Merkmal war, schuf eher eine „geschichtete“ als eine „Arbeitsteilung“ im Rhythmus. Anstatt einzelne Rhythmen zu synchronisieren, koexistieren sie mit Lücken und Kollisionen und bilden eine gigantische Masse von Schlägen.
Die Hinzufügung von Theremin und elektronischen Klängen verleiht dem Raum ein Gefühl von Geräumigkeit und eine andere Art von Akustik.
Anfängliche Organisationsstruktur
Dieses Arrangement selbst bestimmte die Richtung der Musik.
Grind Orchestra ist eine Gruppe, deren Orchestrierung selbst als musikalische Struktur fungiert.
Musikalität – rasende Beats und mehrdimensionaler Gesang
Der musikalische Kern von Grind Orchestra liegt in seiner überwältigenden rhythmischen Bewegung und seinem Gesang, der die Sprache geradezu dekonstruiert.
Der durch mehrere Percussions erzeugte Schlag ist nicht nur ein Rhythmus, sondern wird als Welle oder Masse wahrgenommen. Der japanische Gesang, der sich damit überlagert, spielt eher eine akustische Rolle als eine Bedeutungsvermittlung und schwingt auf multidimensionale Weise mit.
Was diese Kombination erzeugt, ist ein chaotisches und doch irgendwie eingängiges Gefühl, sozusagen ein „verzerrtes Pop-Feeling“.
Nach 1999 wurde dieser Popstil durch die Hinzunahme von Melodieinstrumenten wie Gitarre und Bass weiter ausgebaut. Die fragmentarische Struktur erhält nun neue Konturen und die Klangentwicklung wird vielfältiger.
Musikalische Entwicklung
Bei dieser Veränderung handelte es sich nicht einfach um eine Erhöhung der Anzahl der Noten, sondern um eine Erweiterung der Dimension der Musik selbst.
Grind Orchestra hat das Konzept des Pop neu definiert, wobei Beats und Stimmen im Mittelpunkt stehen.
Diskographie – Liste der Hauptwerke
Die Tonquellen von Grind Orchestra wurden hauptsächlich auf dem Label Tag Rag veröffentlicht.
Album
・SoWap (1995 / CD / Tag Rag / TR-CD004) ・Knallgeräusche!! (1999 / CD / Tag Rag / TRCD-022) ・3 (2002 / CD / Mini-Album / Tag Rag / DDCH-1030) ・Shinboshi Shu (2002 / CD / Tag Rag / DDCH-1031)
Single / EP
・Jolly Throats E.P. (1998 / Japan im Ausland)
Video funktioniert
・Knallgeräusche!! (1999 / VHS / Tag Rag / TRVD-001)
Andere / Live-Tonquelle
・Early Grind – Live-Soundquelle Pure 4 (2002 / Limited Promo / Tag Rag / TRCD-P2) ・’96 - ‘97 Live
Diese Werke dokumentieren den Übergang vom percussionbasierten Chaos seiner frühen Jahre zum strukturierten Klang seiner späteren Jahre.
Die Diskographie des Grind Orchestra ist ein Weg der musikalischen Entwicklung.
Chronologie – Ablauf der Aktivitäten
Obwohl es nur eine kurze Zeitspanne war, ist klar, dass er musikalisch einen großen Sprung nach vorne gemacht hat.
Grind Orchestra ist ein experimentelles Musikprojekt, das in kurzer Zeit eine rasante Entwicklung durchgemacht hat.
Wirkung und Positionierung
Das Grind Orchestra nimmt in Japans Hardcore-/Noise-Szene eine einzigartige Stellung ein.
Während sie dem Fluss von Kansai Alternative folgten, gingen sie über diesen Rahmen hinaus und strukturierten die Organisation, Struktur und Sprache neu.
Insbesondere sein auf Rhythmus und Stimme ausgerichteter Ansatz hatte großen Einfluss auf die darauffolgende experimentelle Musik.
Grind Orchestra ist ein Unternehmen, das die Struktur der Musik neu gestaltet hat.
Fazit – Pop, der von der Struktur abweicht
Grind Orchestra ist ein seltenes Projekt, das auf den Impulsen von Hardcore und der Textur von Noise basiert, darin aber auch eine ungewöhnliche Pop-Qualität findet.
Physische Beats mit mehreren Percussions, Gesang, der über die Bedeutung hinausgeht, und melodische Elemente, die in späteren Phasen eingeführt wurden. Durch die Mischung dieser Elemente entstand Musik wie keine andere.
Es ist Musik, die als Phänomen existiert, nicht als Genre.
Grind Orchestra schuf eine neue Art von Pop, indem es von der Struktur abwich.