[Kolumne] Nick Höppner: Akustisches Denken in der institutionellen Geschichte und Praxis Berlins
Column de Berlin House Techno
Einführung: DJ, der das System und das Feld verbindet
Text: mmr|Thema: Auf den Spuren der Geschichte des Berliner Hauses rund um Nick Höppner
Die Berliner Clubkultur wird oft mythologisiert. In Wirklichkeit ist es jedoch durch eine enge Verflechtung mehrerer Ebenen entstanden, darunter Systeme, Management, Labels, Sounddesign und internationaler Vertrieb. Einer der Menschen, die weiterhin am Scheideweg standen, war Nick Höppner.
Er ist nicht nur ein DJ. A&R, Labelmanagement, Compilation-Editor und langjähriger Set-Praktiker. Er ist ein praktisch veranlagter Mensch, der für die Hin- und Herbewegung zwischen Schläger und Schallquelle verantwortlich ist und der Typ Spieler ist, der seine Ideen auf dem Boden verifiziert.
Um seine Aktivitäten zu verstehen, ist es notwendig, drei Schichten gleichzeitig zu betrachten.
- Institutionengeschichte der Stadt Berlin
- Konkretes Üben auf dem Boden
- Gedanken und Gestaltungssinn zur Akustik
Dieses Papier organisiert seinen Fortschritt anhand dieser dreischichtigen Struktur.
Nick Höppner ist die Verkörperung des „sportlichen Körpers“ der Berliner Clubkultur.
Geschichte des Berliner Systems: Wie der Club zur Institution wurde
Berlin nach der Wiedervereinigung und die Schaffung von Clubräumen
Das Berlin der 1990er Jahre hatte nach der Wiedervereinigung viele weiße Flecken. Fabrikgelände, Kraftwerk, Lager. Diese Räume wurden in Clubs umgewandelt und wurden zu Testgeländen für die Technokultur.
Berghain, das 2004 eröffnet wurde, ist eine Fortsetzung dieses Trends. Ein riesiger, aus einem alten Kraftwerk renovierter Raum mit hohen Decken und harten Betonwänden. Die Akustik hat sich physisch ausgedehnt und die Musik hat eine taktile Dimension erhalten.
Ein institutionelles Gerät namens Etikett
Ostgut Ton war dafür verantwortlich, die musikalische Philosophie des Berghains nach außen zu tragen. Es war mehr als nur ein Clublabel, es war ein Gerät, das Berghains Philosophie als Klangquelle festigte.
Nick Höppner war im Bereich A&R und Management von Ostgut Ton tätig und konnte die Ausrichtung des Labels prägen. Wählen Sie die Sounds aus, die im Club gespielt werden, wählen Sie die Künstler aus und erstellen Sie die Zusammenstellung. Sie übernahmen die Aufgabe, Musik innerhalb des Systems zu bearbeiten.
In Berlin wurden Clubs zu Kulturinstitutionen und Labels zu Mitteln zur Bewahrung von Ideen.
Bodenübung: Long-Set-Methodik
Resident-Stelle
Die Resident-DJs des Berghains sind mehr als nur Gäste. Sie müssen über längere Zeiträume sitzen und es ist notwendig, ihren psychischen Zustand zu jeder Tageszeit abzulesen.
Höppners Spiel betont eher anhaltende Grooves als plötzliche Spitzen. Das BPM-Spektrum reicht von House bis Techno, mit fließenden Übergängen.
Struktur zur Montage des Bodens
Seine Setstruktur lässt sich in drei Schichten gliedern.
- Rhythmusstabilisierung
- Einführung in Harmonie und Akkorde
- Anpassung der Texturdichte
Dies ist ein Design, das den Lauf der Zeit selbst und nicht die momentane Aufregung schätzt.
Böden entstehen durch Beharrlichkeit, nicht durch Explosionen.
Akustische Philosophie: Produktion basierend auf der Prämisse des Klangs
Konzipiert für die Club-Akustik
Berghain verfügt über ein Soundsystem, das für seine hohe Leistung bekannt ist. Der Bass ist tief, der Nachhall lang und der Raum riesig. Unter diesen Bedingungen führt übermäßige Dekoration zu Trübungen.
Höppners Produktion tendiert dazu, die Zahl der Klänge zu reduzieren und den Tonumfang zu ordnen. Vermeiden Sie Interferenzen zwischen Kick und Bass und schaffen Sie Platz im Mitteltonbereich.
Album „Folk“
Das 2015 bei Ostgut Ton erschienene Album „Folk“ ist ein Werk, das die Balance zwischen Clubfunktionalität und Lyrik erforscht. Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich hierbei nicht um einen direkten Bezug zur Volksmusik, sondern eher um eine strukturelle „Erzählung“.
Der Track ist keine lineare Spitzenstruktur, sondern soll subtile Veränderungen in die Wiederholung einbetten.
Akustische Philosophie besteht darin, zu entscheiden, welche Geräusche nicht erzeugt werden sollen, und nicht, welche erzeugt werden sollen.
Kuration: Die Arbeit des Webens von Kontext
Die Compilations und Berghain-bezogenen Mixes von Ostgut Ton sind mehr als nur DJ-Produktionen. Dabei handelt es sich um einen redaktionellen Akt, der die Vereinsphilosophie chronologisch darstellt.
Höppner war an diesem Bearbeitungsprozess beteiligt und präsentierte den musikalischen Querschnitt des Berghain nach außen. Wichtig hierbei ist, dass die Auswahl einer Klangquelle auch eine Kontextdefinition ist.
Kuration ist sowohl eine Aufzeichnung der Kultur als auch ein Leitfaden für die Zukunft.
Chronologie: Schnittmenge von Institutionen, Praktiken und Ideen
- Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre: Begann mit dem DJing in Berlin
- 2004: Berghain eröffnet
- 2000er Jahre: Beteiligt an A&R von Ostgut Ton
- 2015: Album „Folk“ veröffentlicht
- Ende der 2010er Jahre: Ausbau der internationalen DJ-Aktivitäten
Sein Weg ist ein Verlauf, auf dem sich drei Ebenen von Institutionen, Praktiken und Ideen gleichzeitig weiterentwickelten.
Fazit: Geräusche aus dem Inneren des Systems
Auch wenn Ostgut Ton später seine Tätigkeit einstellte, bleibt die in dieser Zeit entstandene Ästhetik bestehen. Die Berliner Clubkultur wird durch wiederholte Institutionalisierung und Neuorganisation erneuert.
Nick Höppner war dafür verantwortlich, das System zu betreiben, es am Boden zu überprüfen und es als Schallquelle aufzuzeichnen. Seine Karriere ist ein Beispiel dafür, wie sich urbane Kulturen selbst organisieren und internationalen Einfluss gewinnen.
Keine explosive Starpower, sondern nachhaltiges Üben und Nachdenken. Es ist diese stille treibende Kraft, die einen Aspekt des Berliner Hauses geprägt hat.
Die auf dem Boden erzeugten Geräusche gehen über das System hinaus, werden aber vom System unterstützt.