[Spalte] Mikrotonaler Jazz / Viertelton-Jazz

Column de Experimental Jazz Microtonal
[Spalte] Mikrotonaler Jazz / Viertelton-Jazz

Einführung: Jazz und die Erweiterung von Tonhöhenkonzepten

Text: mmr|Thema: Analyse der Theorie, Aufführung und des Bildungssystems des mikrotonalen Jazz/Viertelton-Jazz mit Schwerpunkt auf Joe Maneri und Jacob Collier

Seit seinen Anfängen ist Jazz eine Musik, die ein festes Tonhöhensystem relativiert. In der Vergangenheit gab es Praktiken, die nicht in den Rahmen der zwölf gleichschwebenden Stimmungen passten, wie z. B. die Variabilität der Terzen und Septimen, die durch die Blaue Note dargestellt werden, die Ansatzoperation bei Blasinstrumenten und das Portamento bei Streichinstrumenten. Der als mikrotonaler Jazz oder Viertelton-Jazz bekannte Trend zeichnet sich dadurch aus, dass diese Konventionen theoretisch und strukturell erweitert werden und „mikrotonale Intervalle“ explizit in den Mittelpunkt der Klangorganisation gestellt werden.

In diesem Artikel werden wir den theoretischen Hintergrund und die Aufführungspraxis des mikrotonalen Jazz, der vom späten 20. bis zum 21. Jahrhundert entstand, organisieren und ihn aus den Perspektiven der Komposition, Improvisation und Ensemblearbeit analysieren, mit besonderem Fokus auf die Bemühungen von Joe Maneri und Jacob Collier. Darüber hinaus erläutert er die Vertiefung dieses Genres durch das Bildungssystem für die Schülergeneration, akustische Analyse und moderne Ansätze.


Kapitel 1: Mikrotöne und die Vorgeschichte des Jazz

1-1 Historische Position des mikrotonalen Intervalls

Mikrotonale Intervalle gibt es in der westlichen Musik bereits vor dem 20. Jahrhundert. Der Kommaunterschied in der pythagoräischen Stimmung und der reinen Intonation des Mittelalters und der Renaissance umfasst einen Intervallunterschied von weniger als einem Halbton. Mit der Einführung der 12-Temperament-Stimmung zur Vereinfachung der Musiknotation und des Musikunterrichts traten diese Ideen jedoch in den Hintergrund der Theorie.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Komponisten, gezielt mikrotonale Intervalle zu verwenden, und es wurden Systeme entwickelt, die 24 gleichschwebende Stimmungen (Vierteltöne) und höhere Unterteilungen verwendeten. Dieser Trend ist in der zeitgenössischen Musik offensichtlich, aber der Jazz hat die Mikrotonalität durch Improvisation und physische Manipulation auf praktischere Weise integriert.

1-2 Blues und Tonhöhenmehrdeutigkeit

Terzen, Quinten und Septimen im Blues werden theoretisch als kleine Terzen, verminderte Quinten und kleine Septimen beschrieben, bei tatsächlichen Aufführungen werden jedoch häufig Zwischenwerte verwendet. Diese Mehrdeutigkeit kann als eine primitive Form mikrotonaler Empfindung angesehen werden. Jazzmusiker hatten die Kultur, die Tonhöhe als „Region“ und nicht als festen Wert zu behandeln und zuzulassen, dass sie von Phrase zu Phrase variiert.


Kapitel 2: Das Konzept des Viertelton-Jazz

2-1 Definition des Vierteltonsystems

Viertelton bezieht sich oft auf 24 gleichschwebende Stimmungen, also 12 Halbtöne, die weiter in zwei unterteilt sind. Durch die Unterteilung einer Oktave in 24 gleiche Teile werden neue Tonhöhen zwischen Halbtönen eingefügt. Theoretisch sind feinere Tonhöhenunterteilungen möglich, aber für praktische Zwecke in der Aufführung und im Unterricht ist der Viertelton zu einem Bezugspunkt geworden.

2-2 Grund für die Übernahme im Jazz-Kontext

Die Gründe, warum das Vierteltonsystem im Jazz Aufmerksamkeit erregt hat, lassen sich wie folgt zusammenfassen.

  • Blue Note-Verfeinerung
  • Spannungsunterteilung im harmonischen Verlauf
  • Erweiterung der melodischen Freiheit im improvisatorischen Ausdruck

Insbesondere bei Improvisationsdarbietungen werden Intervalle, die im 12-gleichschwebenden System als „äußere Töne“ behandelt wurden, im Vierteltonsystem als innere Grundtöne neu definiert.


Kapitel 3: Joe Maneris Theorie und Praxis

3-1 Hintergrund und Positionierung

Joe Maneri ist ein Mensch, der während seiner Tätigkeit als Saxophonist und Klarinettist seine eigene mikrotonale Theorie entwickelte. Obwohl er auf der 24-gleichen Stimmung basierte, betonte er auch den Sinn für eine gerechte Intonation und war ein Pädagoge, der Theorie und Praxis eng miteinander verknüpfte.

3-2 Struktur der mikrotonalen Theorie

Maneris Theorie besteht aus folgenden Elementen:

  • Alle Intervalle der 24-Ton-Skala verstehen
  • Eine Perspektive, die die Tonhöhe eher als Distanz denn als Funktion betrachtet
  • Struktur, die eher melodische Bewegung als Harmonie betont
flowchart TD A["12平均律"] --> B["24平均律"] B --> C["旋律的連続体"] C --> D["即興構造"]

3-3 Leistungsanalyse: Mikrotonale Manipulation bei Blasinstrumenten

Maneris Spiel nutzt eine Kombination aus Fingersatz und Ansatz, um eine äußerst präzise Tonhöhenmanipulation zu erreichen. Die Tonhöhen werden als sanfte Kurven und nicht als Stufen behandelt, und die gesamte Phrase ist als eine Reihe kontinuierlicher Änderungen aufgebaut.

Bei der Improvisation werden Spannung und Entspannung dadurch erzeugt, dass die Tonhöhendichte erhöht und verringert wird, während ein bestimmtes Tonzentrum mehrdeutig bleibt. Diese Methode vermittelt dem Zuhörer ein anderes Zeitgefühl als traditioneller tonaler Jazz.

3-4 Schülergeneration und Bildungssystem

Maneri führte Bildungsaktivitäten hauptsächlich in Boston durch und bildete viele Schüler aus. Sein Bildungssystem weist die folgenden Merkmale auf.

  • Schwerpunkt auf der auditiven Schulung des mikrotonalen Sinnes
  • Sequenzkontinuumsanalyse für Improvisationsdarbietungen
  • Verständnis der relativen Tonhöhe durch Resonanzerfahrungen unter Schülern

Seine Studenten entwickeln Maneris Methodik weiter und wenden sie auf größere Ensembles und Aufnahmeprojekte an. Dadurch werden die technischen Grundlagen des mikrotonalen Jazz weiter vererbt und erweitert.


Kapitel 4: Jacob Collier und der moderne Mikrotonsinn

4-1 Polyphones/polytonales Denken

Jacob Collier, bekannt für seine komplexen harmonischen Strukturen und seinen polyphonen Ansatz, beschäftigt sich im Rahmen seiner theoretischen Untersuchungen mit Mikrotönen. In seinem Fall wird Mikrotonalität als Erweiterung der harmonischen Notwendigkeit und nicht als avantgardistisches Experiment eingeführt.

4-2 Mikrotonale Harmonie

Collier legt den Schwerpunkt auf Tonhöhenbeziehungen, die nur auf der Intonation basieren, und spiegelt winzige Tonhöhenunterschiede wider, die sich aus harmonischen Reihen in der tatsächlichen harmonischen Progression ergeben. Dadurch werden der Takt und die Dissonanz, die bei 12 gleichschwebenden Stimmungen auftreten, mit einer anderen Art von Stabilität rekonstruiert.

flowchart TB A["倍音列"] A --> B["純正音程"] B --> C["微分音和声"] C --> D["多声的配置"] D --> E["現代ジャズ/現代音楽"]

4-3 Leistungs-/Arrangementanalyse

Im Ansatz von Collier können einzelne Stimmen unterschiedliche Klangannahmen haben. Obwohl das Ganze mikrotonal ist, behält jeder Teil seine logische Konsistenz bei. Dabei handelt es sich eher um eine hochkonzipierte Ensembleoperation als um Improvisation.


Kapitel 5: Verwendung von Mikrotönen in der Improvisation

5-1 Phrasenkonstruktion

Bei der mikrotonalen Jazzimprovisation ist die Richtung des Tonhöhenübergangs wichtiger als die Tonleiterauswahl. Der Anstiegs- und Abfallwinkel sowie die Ausdehnung und Verkürzung der Tonhöhenintervalle bestimmen die Bedeutung der Phrase.

5-2 Beziehung zum Rhythmus

Mit der Unterteilung der Intervalle verändert sich auch die Rolle des Rhythmus. Eine Methode zur Darstellung kleinster Tonhöhenunterschiede mithilfe langer Notenwerte und eine Methode zur Erhöhung der Tonhöhendichte durch Erstellung einer Reihe kurzer Notenwerte werden in Kombination verwendet.

5-3 Vertiefung der akustischen Analyse

Für Improvisationsdarbietungen mittels Mikrotonalität ist eine akustische Auswertung mittels Fourier-Analyse und Spektrogrammen möglich. insbesondere:

  • Feine Spitzenverteilung im Frequenzspektrum *Änderungen in der harmonischen Struktur und der Kontinuität der Klangfarbe
  • Bewertung der psychischen Anspannung anhand der Tonhöhendichte

Dadurch kann der mikrotonale Ausdruck als auditive Wirkung quantitativ analysiert werden.


Kapitel 6: Ensemble- und Notationsprobleme

6-1 Notation

Es werden erweiterte Viertelnoten und Vorzeichen verwendet, die vollständige Notation ist jedoch schwierig und hängt stark vom Hörverständnis des Interpreten ab. Dieser Punkt hat eine Affinität zur mündlichen Natur des Jazz.

6-2 Anpassungen im Ensemble

In mikrotonalen Ensembles ist die gemeinsame Nutzung relativer Tonhöhen wichtiger als die absoluter Tonhöhen. Eine gängige Methode besteht darin, die harmonischen Beziehungen während der Probenphase zu überprüfen und die Tonhöhe anhand der Resonanz anzupassen.


Kapitel 7: Chronologie: Entwicklung des mikrotonalen Jazz

timeline "1940" : "ブルース由来の音程可変性がジャズ語法として定着" "1960" : "フリージャズにおける音程解放の拡大" "1980" : "Joe Maneri が微分音理論を体系化" "1990" : "Maneri 弟子世代が教育・演奏活動を開始" "2000" : "マイクロトーナル概念が教育現場に浸透" "2010" : "Jacob Collier が純正律的マイクロトーンを提示"

Kapitel 8: Bildungsentwicklungen und moderne Auswirkungen

Die Schüler von Joe Maneri bieten mikrotonale Ausbildung an Jazz-Ausbildungseinrichtungen in den Vereinigten Staaten und im Ausland an und entwickeln ihre eigenen Forschungs- und Aufführungsprojekte. Sie haben Einfluss auf folgende Bereiche:

  • Schulung des Tonhöhensinns in fortgeschrittener Improvisationsausbildung
  • Praktische Anwendung in kleinen und großen Ensembles
  • Mikrotonale Jazz-Aufnahme- und Veröffentlichungsaktivitäten

Dieses Bildungsnetzwerk, das oft als Manneri-Schule bezeichnet wird, bildet die Spitze der zeitgenössischen Jazzimprovisations- und Kompositionsausbildung.


Letztes Kapitel: Die Bedeutung des mikrotonalen Jazz

Mikrotonaler Jazz ist nicht einfach eine Erweiterung der Tonhöhe, sondern ein Versuch, Musik als Kontinuum neu zu begreifen. Joe Maneri baute eine Theorie aus der Körperlichkeit der Improvisation auf und entwickelte über Generationen von Schülern ein Bildungssystem, und Jacob Collier präsentierte seine Möglichkeiten auf moderne Weise durch die Verfeinerung von Harmonie und Struktur.

Dieser Trend hat gleichzeitig den Improvisationsgeist und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Jazz vertieft und wirkt sich weiterhin auf die Bereiche akustische Analyse, Aufführungstechniken, Ausbildung und Komposition aus. Für Monumental Movement Records war ich mir der Satzstruktur und des Vokabulars bewusst, die praktische musikalische Interpretation und kritische Perspektive integrieren und dem Leser den vielschichtigen Reiz des mikrotonalen Jazz präsentieren.


Monumental Movement Records

Monumental Movement Records