Einführung
Text: mmr|Thema: Die Genealogie des elektronischen Funks und die Struktur, Ausstattung, der Rhythmus und die visuelle Kultur, die in Chromeo- und Jamiroquai-Derivaten zu sehen sind
Electro-Funk/Modern Funk ist kein Name, der sich auf eine bestimmte Ära oder eine einzelne Bewegung bezieht. Dieser Name ist ein umfassender Rahmen, der sich auf den gesamten Prozess bezieht, durch den die in den 1970er Jahren etablierten Strukturprinzipien des Funk neu organisiert wurden und gleichzeitig elektronische Musikinstrumente und digitale Produktionsumgebungen umfassten.
Die Essenz von Funk liegt in sich wiederholenden Rhythmen, Basslinien und einem physischen Zeitgefühl und nicht in Akkordfolgen oder Melodien. Electro-Funk/Modern Funk hat seine Produktionsmethoden und sein Sounddesign verändert, ohne seine Essenz zu verlieren. Infolgedessen wurden zahlreiche Erfolge erzielt, darunter studiobasierter elektronischer Funk und performancebasierter Extended Funk.
Chromeo- und Jamiroquai-Derivate sind Symbole dieser Parallelstruktur, und dieser Artikel konzentriert sich auf beide, um den Entstehungsprozess und die interne Struktur des Genres als Ganzes zu beschreiben.
Kapitel 1: Die ursprüngliche Struktur des Funk
Funk ist rhythmus- und bassgetriebene Musik. Harmonische Abfolgen werden auf ein Minimum beschränkt und die gleichen Phrasen werden über lange Zeiträume wiederholt. Diese Wiederholung ist nicht stagnierend, sondern eine dynamische Struktur, die durch Akzent-, Timing- und Klangfarbenänderungen des Interpreten ständig aktualisiert wird.
Im Funk der 1970er-Jahre bildeten die Trommeln einen Groove auf der Basis von Sechzehntelnoten, und der Bass manipulierte den Schwerpunkt des Beats, während er sich mit der Kick verschränkte. Gitarren und Keyboards fungierten als Rhythmusinstrumente, wobei der Schwerpunkt eher auf dem Schneiden und Stechen als auf Akkorden lag.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Funk bereits die Qualitäten einer Loop-basierten Musik, und seine spätere Digitalisierung war eine natürliche Erweiterung.
Kapitel 2: Änderungen vor der Elektronikisierung
In den späten 1970er Jahren begannen Fortschritte in der Studiotechnologie die Art und Weise, wie Funk produziert wurde, zu verändern. Mit der Verbreitung der Mehrspuraufzeichnung begann man, Aufführungen aufzuschlüsseln und als Material zu behandeln, das bearbeitet werden konnte. Dadurch wurde mehr Wert auf rhythmische Präzision und klangliche Einheitlichkeit gelegt.
Etwa zur gleichen Zeit wurden E-Pianos und frühe Synthesizer eingeführt, und das Keyboard wandelte sich von einem reinen Harmonieinstrument zu einem Instrument zur Wiedergabe von Klangfarben. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Ideen für spätere Synthesizer-Bässe und elektronische Leads vorbereitet.
Kapitel 3: Die Gründung des Electro-Funk
In den frühen 1980er Jahren markierte der flächendeckende Einsatz von Drum Machines einen entscheidenden Wendepunkt. Der Rhythmus wechselt vom Spielen zum Programmieren, und Tempo und Wiederholung werden vollständig kontrollierbar. Dies entfernte einige der menschlichen Schwankungen aus dem Funk und verlieh ihm eine mechanische Präzision.
Allerdings untergräbt die völlige Mechanik den Reiz von Funk, weshalb eine „Pseudo-Physikalität“ mithilfe von Swing-Werten und Geschwindigkeitsänderungen eingeführt wird. Diese Idee wurde vom Electro-Funk zum Modern Funk übernommen.
Gleichzeitig wurden Synthesizer-Basslinien alltäglich, und der tiefe Bereich wurde eher von der Klanggestaltung als von der Spieltechnik dominiert.
Kapitel 4: Digitale Produktionsumgebung und Modern Funk
Seit den 1990er Jahren ist mit der Verbreitung von DAWs die individuelle Produktion zu einer realistischen Option geworden. Funk setzt nicht mehr auf große Bands, sondern wechselt zu Musik, die von einer kleinen Gruppe von Menschen oder von einem einzelnen Produzenten geschaffen werden kann.
Im Modern Funk ist jedes Element klar organisiert. Es ist üblich geworden, einen Synthesizer-Bass für tiefe Frequenzen, eine programmierte Trommel für den Rhythmus und einen polyphonen Synthesizer für Akkorde zu haben, und das Frequenzmanagement in der Mix-Phase wird immer wichtiger.
Dieses Arrangement verfeinerte die Musik, verzichtete auf übermäßige Dekoration und rückte den Groove selbst in den Vordergrund.
Kapitel 5: Struktur von Chromeo-Derivaten
Das Chromeo-Derivat zeigt die Richtung, die Elemente des Funks zu extrahieren und mit einer minimalen Struktur zu rekonstruieren. Bläsersektionen und komplexe Gitarrenensembles werden eliminiert und der Fokus liegt auf Keyboards, Synth-Bass, Drum Machines und Gesang.
Gesang wird mehr wegen seiner akustischen Rolle als wegen seines emotionalen Ausdrucks geschätzt und durch Effektverarbeitung in die Songstruktur integriert. Der Gesang wird als eine Art Leitinstrument betrachtet und dient dazu, die Lücke zwischen Rhythmus und Akkorden zu schließen.
Diese Linie geht von einer Studioproduktion aus und die Songs sind als äußerst vollständige Produkte konzipiert.
Kapitel 6: Struktur von Jamiroquai-Derivaten
Jamiroquai-Derivate behalten die Leistungsstruktur einer Funkband bei und integrieren gleichzeitig elektronische Elemente. Das Zusammenspiel von Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard wird betont, rhythmische Schwankungen und Dynamik bleiben erhalten.
Elektronische Musikinstrumente spielen eine unterstützende Rolle und werden zur Klangfarbenerweiterung und räumlichen Bearbeitung eingesetzt. Hier liegen Live-Auftritt und Studioproduktion auf einer Linie und die körperliche Überzeugungskraft geht über die Reproduzierbarkeit.
Kapitel 7: Visuelle Kultur
Die Visuals im Electro-Funk/Modern Funk sind eng mit der Struktur der Musik verknüpft. Neonfarben, Chromtöne und geometrische Motive dienen als visuelle Mittel für Wiederholung und Mechanik.
Der Entwurf, der sich auf vergangene und zukünftige Bilder bezieht, visualisiert die zeitliche Vielschichtigkeit der Musik und verleiht dem gesamten Genre eine einheitliche Ästhetik.
Kapitel 8: Gerätekonfiguration
Synthesizer werden in monophone und polyphone Teile unterteilt. Ersterer ist für Bass und Lead zuständig, während Letzterer für Akkorde und Pads zuständig ist. Durch die Vermeidung überlappender Bereiche wird der Groove klarer.
Die Drum-Machine verfügt über eine begrenzte Anzahl an Tönen und besteht hauptsächlich aus Kick, Snare, Clap und Hi-Hat. Übermäßige Schichten werden vermieden und die Lücken erzeugen eine Rille.
Kapitel 9: Details zur Rhythmusstruktur
Die Grundtaktart ist 4/4, unterteilt in Sechzehntelnoten. Die Hi-Hat dient als Zeitbezugspunkt, die Kick betont den Beat und die Snare oder Clap betont den zweiten und vierten Beat.
Der Bass überlagert sich nicht vollständig mit der Kick, sondern erzeugt durch leichte Abweichungen und Backbeats Vortrieb. Diese Lücke ist das Element, das dem mechanischen Rhythmus Leben verleiht.
Kapitel 10: Strukturkorrelationsdiagramm
Kapitel 11: Chronologie
Abschluss
Electro-Funk/Modern Funk ist kein Genre, das dazu gedacht ist, vergangene Stile zu bewahren. Es handelt sich um eine Methodik, die die Strukturprinzipien von Funk ständig an die neueste Produktionsumgebung anpasst.
Das Chromeo-Derivat verkörpert diese Methodik aus verschiedenen Blickwinkeln, durch Abstraktion und Design, und das Jamiroquai-Derivat durch Leistung und Körperlichkeit. Die beiden widersprechen nicht, sondern existieren nebeneinander als unterschiedliche Umsetzungsformen derselben Abstammungslinie.
Diese Flexibilität ist der Grund, warum Electro-Funk/Modern Funk auch heute noch funktioniert.